Fritzbox Fernzugriff ohne VPN: So steuerst du deinen Router über den Browser (MyFRITZ!)

Du willst kurz von der Arbeit aus schauen, wer zu Hause angerufen hat? Oder den Anrufbeantworter abhören, während du am Strand liegst? Dafür extra eine VPN-Verbindung aufzubauen, ist oft wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

Es geht auch einfacher. AVM bietet mit dem MyFRITZ!-Dienst eine geniale Möglichkeit, deinen Router direkt über eine gesicherte Webseite (HTTPS) erreichbar zu machen. Ganz ohne Installation von Software auf deinem Laptop oder Tablet.

In diesem Guide zeige ich dir den „bequemen Weg“ zum Fernzugriff – und wie du ihn absicherst, damit niemand anderes Zugriff bekommt.

Der Unterschied: VPN vs. MyFRITZ! (HTTPS)

Bevor wir starten, kurz zur Technik:

  • VPN (Vorheriger Artikel): Du bist Teil des Heimnetzwerks. Du hast Zugriff auf Drucker, NAS und alle Geräte.
  • MyFRITZ! Internetzugriff (Dieser Artikel): Du greifst nur auf die Benutzeroberfläche der Fritzbox und angeschlossene USB-Speicher (FRITZ!NAS) zu. Perfekt für schnelle Einstellungen oder Smart-Home-Steuerung.

Schritt 1: Das MyFRITZ!-Konto aktivieren

Die Basis ist dein persönliches Konto bei AVM. Das sorgt dafür, dass deine Box immer unter einer festen Adresse erreichbar ist, auch wenn dein Provider nachts die IP-Adresse ändert.

  1. Öffne fritz.box in deinem Browser zu Hause.
  2. Navigiere zu Internet > MyFRITZ!-Konto.
  3. Wähle „Neues MyFRITZ!-Konto erstellen“.
  4. Gib deine E-Mail und ein sehr starkes Passwort ein.
  5. Bestätige die Registrierung über den Link in der E-Mail, die du erhältst.

Schritt 2: Den HTTPS-Zugriff freischalten

Jetzt öffnen wir die Tür für den Browser-Zugriff.

  1. Gehe in der Fritzbox auf Internet > Freigaben.
  2. Wähle den Reiter FRITZ!Box-Dienste.
  3. Setze den Haken bei: „Internetzugriff auf die FRITZ!Box über HTTPS aktiviert“.
  4. Die Fritzbox zeigt dir nun eine kryptische Adresse an (z.B. https://xyz123.myfritz.net:44444). Speichere dir diese Adresse als Lesezeichen!

Schritt 3: Der Sicherheits-Check (Lebenswichtig!)

Da dein Router-Login nun theoretisch weltweit erreichbar ist, ist dein Passwort der einzige Schutzwall.

  • Benutzer anlegen: Nutze nicht den Standard-Admin. Erstelle unter System > FRITZ!Box-Benutzer einen eigenen Account mit einem Passwort, das mindestens 12 Zeichen, Sonderzeichen und Zahlen enthält.
  • 2-Faktor-Authentifizierung (2FA): Bestätige die Aktivierung, wenn die Fritzbox dich dazu auffordert. Das verhindert, dass Hacker Einstellungen ändern, selbst wenn sie dein Passwort erraten.

So nutzt du den Zugriff unterwegs

Es gibt zwei Wege:

  1. Im Browser: Tippe deine MyFRITZ!-Adresse (aus Schritt 2) in Safari, Chrome oder Firefox ein. Du landest auf der Anmeldemaske deiner Box. Achtung: Dein Browser wird vielleicht eine Warnung wegen des Zertifikats anzeigen („Nicht sicher“). Das kannst du bei der Fritzbox ignorieren (auf „Erweitert“ -> „Trotzdem weiter“ klicken), da es ein selbstsigniertes Zertifikat ist.
  2. Per MyFRITZ!App: Noch bequemer geht es am Smartphone. Lade die MyFRITZ!App (iOS/Android) herunter. Wenn du sie einmal zu Hause im WLAN öffnest, konfiguriert sie den Fernzugriff automatisch. Danach hast du Zugriff auf Anruflisten, Sprachnachrichten und Smart Home – egal wo du bist.

Fazit

Der HTTPS-Zugriff via MyFRITZ! ist die komfortabelste Lösung für alle, die „nur mal kurz gucken“ wollen. Wer tiefer ins Netzwerk will (z.B. auf den PC zugreifen), sollte beim VPN bleiben. Für die Verwaltung der Box und des Smart Homes ist dieser Weg jedoch unschlagbar einfach.