
Es ist selten, dass ein neu vorgestelltes Produkt des Berliner Herstellers Fritz! (ehemals AVM) für so viel Diskussionsstoff sorgt wie die Fritzbox 7632, die ab sofort im Handel erhältlich ist. Auf den ersten Blick wirkt sie wie der heilige Gral für Bewohner von Mehrfamilienhäusern: Endlich Gigabit-Speed über die alte Telefonleitung.
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- DSL-Router: Internet-Geschwindigkeit von bis zu 300 MBit/s durch zukunftssicheres VDSL-Supervectoring 35b; leistungsstarke WLAN-Mesh Zentrale: automatische Zusammenlegung eingesetzter FRITZ!-Produkte zu einem intelligenten WLAN-Netz mit optimaler Leistung
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Doch als ich das Datenblatt gegen die etablierte Fritzbox 7590 AX legte, wurde mir klar: Wir haben es hier nicht mit einer simplen Evolution zu tun. Es ist ein Tauschgeschäft. Sie bekommen massive Geschwindigkeit am Kabel, zahlen dafür aber einen Preis bei der WLAN-Ausstattung. Ich habe analysiert, für wen dieser Deal aufgeht.
Warum dein Kupferkabel plötzlich Gigabit kann
Was der Hersteller sagt: „Die FRITZ!Box 7632 sorgt für neue Maßstäbe in Sachen Highspeed und Flexibilität. Sie ist an allen DSL-Netzen einsetzbar und erreicht bei Anschlüssen mit G.fast-Technologie bis zu 1 GBit/s. Wer auf Glasfaser umsteigt, kann die Box weiterhin verwenden: Sie lässt sich problemlos als Router hinter einem Glasfasermodem anschließen.“
Das Killer-Feature der neuen Fritzbox 7632 ist kryptisch, aber revolutionär: G.fast (212 MHz). Wenn Sie in einem Haus wohnen, wo die Glasfaser im Keller endet (FTTB) und der Rest des Weges über die alten Kupferdrähte führt, war bei der 7590 AX bei 300 MBit/s (Supervectoring) Schluss.
Die 7632 erweitert das Frequenzspektrum auf der Telefonleitung von 35 MHz auf 212 MHz. Das Ergebnis? Bis zu 1.000 MBit/s über den alten Draht. Ich sehe das als den entscheidenden Kaufgrund: Wer G.fast geschaltet bekommt, muss quasi zur 7632 greifen, da die 7590 AX diese Frequenzen physikalisch nicht versteht. Es ist der Unterschied zwischen „schnellem DSL“ und „echtem Gigabit“.

Die Mogelpackung beim Wi-Fi 7?
Hier wird es spannend und für viele Technik-Enthusiasten vielleicht enttäuschend. Auf der Verpackung der 7632 steht groß „Wi-Fi 7“. Doch meine Analyse zeigt, dass hier ein entscheidendes Element fehlt: Das 6-GHz-Band.
Genau wie die ältere 7590 AX funkt die neue 7632 nur auf 2,4 und 5 GHz. Das ist eine verpasste Chance, denn Wi-Fi 7 spielt seine Trümpfe (Latenzfreiheit, Störungsarmut) erst im 6-GHz-Bereich voll aus. Noch gravierender ist der Blick auf die Antennen:
- Fritzbox 7590 AX: Setzt auf 4×4 MIMO. Das bedeutet vier Antennen für Senden und Empfangen. Das sorgt für Reichweite und Datendurchsatz bei vielen gleichzeitigen Nutzern.
- Fritzbox 7632: Nutzt nur 2×2 MIMO.
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- Brand: AVM
- AVM FRITZ!Box 7590 AX (Wi-Fi 6 Router mit 2.400 MBit/s (5GHz) & 1.200 (2, 4 GHz), bis zu 300 VDSL-Supervectoring 35b, WLAN Mesh, DECT-Basis, deutschsprachige Version) (Generalüberholt), weiss
- Product Type: NETWORKING_ROUTER
Das hat Folgen. Im 2,4-GHz-Band fällt die Geschwindigkeit der neuen Box auf 688 MBit/s zurück – das ist fast nur die Hälfte dessen, was die 7590 AX (1.200 MBit/s) schafft. Im 5-GHz-Band hingegen holt die 7632 dank Wi-Fi 7 Technologie (wahrscheinlich 4K-QAM) bis zu 2.880 MBit/s heraus und überholt die 7590 AX (2.400 MBit/s) leicht. Meine Einschätzung: Wer in einem großen Haus wohnt und auf Reichweite im 2,4-GHz-Band angewiesen ist, wird mit der neuen Box eventuell schlechtere Abdeckung erleben als mit der alten.
Der Flaschenhals am LAN-Port ist Geschichte
Ein Punkt, in dem die 7632 die 7590 AX definitiv deklassiert, ist die Anschlussvielfalt. Die 7590 AX bietet vier Gigabit-Ports. Das ist solide, aber wenn Sie tatsächlich 1.000 MBit/s Internet haben, wird jeder Download am PC durch den Overhead knapp unter 1 GBit/s gedrosselt.
Die Fritzbox 7632 besitzt einen 2,5-Gigabit-WAN/LAN-Port. Das bedeutet: Das volle Gigabit vom G.fast-Anschluss kommt auch wirklich an Ihrem Gaming-PC oder NAS an. Ich betrachte diesen Port als Pflicht für jeden modernen Router.

Die harte Wahrheit über USB und Telefonie
Fritz! spart bei der neuen Box auch an anderer Stelle. Während die 7590 AX noch über zwei USB-3.0-Anschlüsse verfügt (ideal für Drucker und Speicher), muss sich die 7632 mit einem einzigen begnügen.
Auch bei der Telefonie wurde der Rotstift angesetzt: Die 7590 AX bietet zwei analoge Anschlüsse (und oft noch ISDN-Features intern), die 7632 nur noch einen analogen Port (FXS). Wer also noch ein Fax und ein analoges Telefon parallel betreibt, schaut in die Röhre.
Der direkte Vergleich: Alt gegen Neu
| Feature | Fritzbox 7590 AX | Fritzbox 7632 (Neu) |
| DSL-Technologie | Supervectoring (300 MBit/s) | G.fast (1.000 MBit/s) & VDSL |
| WLAN-Standard | Wi-Fi 6 | Wi-Fi 7 (ohne 6 GHz) |
| Antennen-Design | 4 x 4 MIMO (Stark bei Reichweite) | 2 x 2 MIMO |
| Speed 2,4 GHz | 1.200 MBit/s | 688 MBit/s |
| Speed 5 GHz | 2.400 MBit/s | 2.880 MBit/s |
| Netzwerk-Ports | 4 x 1 GBit/s | 1 x 2,5 GBit/s + 3 x 1 GBit/s |
| USB-Ports | 2 x USB 3.0 | 1 x USB 3.0 |
| Smart Home | DECT ULE | DECT ULE |
| Preis (UVP/Listenpreis) | ca. 219 € | 269 € |

Im Endeffekt: Geschwindigkeit schlägt Komfort?
Die Entscheidung ist 2026 härter als sonst. Die Fritzbox 7632 ist kein pauschaler „besserer Nachfolger“.
Ich sehe es so: Wenn Ihr Provider G.fast anbietet, ist die 7632 alternativlos. Der Sprung auf 1 Gigabit Internetgeschwindigkeit wiegt die Nachteile beim WLAN (2×2 MIMO) und den fehlenden USB-Port locker auf. Der 2,5-Gbit-Port sorgt zudem dafür, dass dieser Speed auch nutzbar ist.
Hängen Sie jedoch an einem „normalen“ VDSL-Anschluss mit max. 250 oder 300 MBit/s, bleibt die Fritzbox 7590 AX überraschend konkurrenzfähig. Ihr 4×4 MIMO-Antennendesign sorgt oft für stabilere Verbindungen durch dicke Wände, und das fehlende Wi-Fi 7 Feature fällt ohne 6-GHz-Band bei der 7632 kaum ins Gewicht. Die 7632 ist der Spezialist für Highspeed-Kupfer, die 7590 AX bleibt der Reichweiten-König für Standard-Anschlüsse.
Andere Vergleiche:
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