Fritzbox 4630 schickt die 4060 in Rente

Fritzbox 4630 vs 4060 Vergleich

Wer einen Glasfaseranschluss besitzt, kennt das Problem. Das Modem (ONT) hängt bereits fest montiert an der Wand, aber der alte Router bremst die Leitung aus. Mit der Fritzbox 4630 steht nun der offizielle Nachfolger für die weit verbreitete Fritzbox 4060 in den Regalen. Doch Vorsicht: Neu bedeutet in diesem Fall nicht automatisch „besser“ in allen Disziplinen.

Ich habe die technischen Daten beider Router ohne integriertes Modem analysiert. Punkt für Punkt. Ohne Marketing-Sprech.

WAN ist jetzt Pflicht

Beide Geräte teilen sich die gleiche technische Basis. Sie besitzen kein integriertes Modem für DSL oder Kabel. Stattdessen werden sie per Netzwerkkabel über den blauen WAN-Port direkt an das Glasfasermodem oder den Kabel-Router (im Bridge-Mode) angeschlossen.

Das macht beide Modelle extrem flexibel für Technologiewechsel. Doch meine Untersuchung zeigt: Ab hier enden die Gemeinsamkeiten.

Der Anschlussfehler wurde endlich korrigiert

Der größte Kritikpunkt an der älteren Fritzbox 4060 war für mich immer ihr technischer Flaschenhals. Sie besitzt zwar einen 2,5-Gigabit-Eingang (WAN), aber nur 1-Gigabit-Ausgänge (LAN).

Fritzbox 4060 vs 4630: 2,5-Gigabit-Eingang

Das Problem, das ich in der Praxis oft sehe: Wer einen 2.000-MBit/s-Glasfasertarif buchte, bekam diese Geschwindigkeit zwar in die Box hinein, konnte sie aber an keinen einzigen PC per Kabel weiterleiten. Die Bandbreite verpuffte im Gerät.

Die Fritzbox 4630 beseitigt diesen Architektur-Fehler endlich.

FeatureFritzbox 4060Fritzbox 4630
WAN (Eingang)1x 2,5 GBit/s1x 2,5 GBit/s
LAN (Ausgang)3x 1 GBit/s1x 2,5 GBit/s + 2x 1 GBit/s
USBUSB 3.0USB 3.0

Meine Einschätzung ist klar: Wer Tarife über 1 GBit/s nutzt oder ein schnelles NAS im Netzwerk betreibt, muss zwingend zur Fritzbox 4630 greifen. Ich halte die 4060 für moderne Multi-Gigabit-Anschlüsse technisch für veraltet.

Mogelpackung beim Wi-Fi 7

Hier wird es kompliziert. Viele Nutzer gehen davon aus, dass „Wi-Fi 7“ automatisch schneller ist als „Wi-Fi 6“. Das ist bei diesem Vergleich ein Trugschluss, auf den ich explizit hinweisen muss.

Die Fritzbox 4060 arbeitet als Tri-Band-Router. Sie hat drei Funkeinheiten (1x 2,4 GHz, 2x 5 GHz) und ein massives 4×4-Antennen-Setup. Das sorgt für enorme Kapazität und Reichweite.

Die neue Fritzbox 4630 nutzt zwar den Wi-Fi 7 Standard (IEEE 802.11be), muss aber Federn lassen.

Das entscheidende Detail meiner Analyse: Der Fritzbox 4630 fehlt das 6-GHz-Frequenzband.

Die ultra-breiten 320-MHz-Kanäle, die Wi-Fi 7 eigentlich ausmachen und extreme Geschwindigkeiten ermöglichen, sind hier technisch nicht verfügbar. Zudem nutzt sie nur ein 2×2 Antennen-Design.

Multi-Link Operation rettet die Performance

Fritzbox 4630 oder 4060: Multi-Link Operation

Ist die Neue also langsamer? Nicht unbedingt. Trotz fehlendem 6 GHz und weniger Antennen sehe ich bei der 4630 einen entscheidenden Vorteil durch Multi-Link Operation (MLO).

Kompatible Clients (wie aktuelle High-End Smartphones) können sich gleichzeitig mit dem 2,4-GHz- und 5-GHz-Band verbinden. Das erhöht nicht zwingend die maximale Reichweite im Vergleich zur 4060, senkt aber die Latenz (Ping) drastisch und macht die Verbindung stabiler gegen Störungen. In der Praxis fühlt sich das Netz dadurch „snappier“ an, auch wenn die Brutto-Datenrate auf dem Papier niedriger ist.

Mein Urteil

Ich muss die Zielgruppe genau definieren, um den Sieger zu küren.

Die Fritzbox 4060 ist aus meiner Sicht nur noch dann relevant, wenn Sie ein sehr großes Haus allein über WLAN abdecken müssen, Mesh-Repeater via 5 GHz anbinden wollen und keinen Tarif über 1 GBit/s nutzen.

Die Fritzbox 4630 ist jedoch das bessere Gesamtpaket für die breite Masse.

FritzBox 4630 vs 4060
Bildquelle: FRITZ!

Sie korrigiert das LAN-Problem des Vorgängers. Der 2,5-Gigabit-LAN-Port ist im Glasfaser-Zeitalter unverzichtbar. Zwar fehlt das 6-GHz-Band, aber die MLO-Technik von Wi-Fi 7 sorgt für spürbar bessere Reaktionszeiten bei modernen Endgeräten.

Meine Empfehlung: Greifen Sie zur Fritzbox 4630. Sie ist zukunftssicherer bei den Anschlüssen und bringt die Protokoll-Vorteile von Wi-Fi 7 dorthin, wo es zählt: In die Latenz-Optimierung.

Andere Artikel: