NVIDIA DRIVE Hyperion und Mercedes-Benz S-Klasse (2026): Der erste Luxus-Roboter rollt an

Autonomes Fahren Mercedes Uber

Es ist der 140. Geburtstag des Automobils, und Mercedes-Benz beschenkt sich selbst – und die Welt – mit einem radikalen Schritt. Der Erfinder des Automobils transformiert seine Ikone, die S-Klasse, in eine Level-4-fähige Robotaxi-Plattform.

In einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit dem KI-Giganten NVIDIA enthüllte der Stuttgarter Autobauer eine neue Architektur, die „Safety-First“-Ingenieurskunst mit modernster KI verschmilzt. Das Ziel: Ein autonomes Chauffeur-Erlebnis, das nicht nur privat genutzt, sondern über das Netzwerk von Uber buchbar sein soll.

Die Technik: NVIDIA DRIVE Hyperion trifft MB.OS

Unter dem Blechkleid der neuen S-Klasse arbeitet ein Hochleistungsrechner, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Das Fahrzeug basiert auf der NVIDIA DRIVE Hyperion Architektur. Anders als bisherige Systeme, die oft auf vorprogrammierten Regeln basieren, nutzt diese S-Klasse einen „Full-Stack NVIDIA DRIVE AV L4“ Softwareansatz.

NVIDIA DRIVE Hyperion

Was macht das System besonders? Jensen Huang, CEO von NVIDIA, betonte die fünfjährige Zusammenarbeit, die nun Früchte trägt. Das System ist „Level 4-ready“ und setzt auf „Diversity by Design“:

  • Doppelte Sicherheit: Ein KI-Stack (basierend auf NVIDIA Alpamayo) trifft Entscheidungen, während parallel dazu ein klassischer, regelbasierter Stack läuft. Beide überwachen sich gegenseitig (NVIDIA Halos System), um Fehler auszuschließen.
  • Sensor-Fusion: Kameras, Radar und LiDAR arbeiten redundant zusammen. Fällt ein System aus, übernehmen die anderen.
  • Rechen-Redundanz: Fällt ein Prozessor aus, springt ein Backup-System ein, um das Fahrzeug sicher zu steuern.

Vom Luxus-Liner zum Uber-Robotaxi

Die vielleicht überraschendste Meldung ist die kommerzielle Ausrichtung. Diese hochgerüsteten S-Klassen sind nicht nur für Privatkunden gedacht. Im Rahmen einer Partnerschaft mit Uber sollen die Fahrzeuge als Premium-Robotaxis auf die Straße kommen. Das verspricht ein völlig neues Mobilitätssegment: „Chauffeur-Style Autonomous Experience“. Statt in einem sterilen Pod sitzt der Fahrgast im Fond einer S-Klasse, während die KI den Stadtverkehr mit all seinen Unvorhersehbarkeiten (aggressive Spurwechsler, Fußgänger, Baustellen) meistert.

Das Ende der „Wenn-Dann“-Logik

NVIDIA DRIVE AV verabschiedet sich von starren Regeln. Das System wurde auf riesigen NVIDIA DGX-Clustern trainiert und in der Omniverse-Simulation (mit NVIDIA Cosmos Weltmodellen) validiert. Das bedeutet: Die S-Klasse „erkennt“ nicht nur Muster, sie „denkt“ in komplexen Szenarien mit (Reasoning). Sie bewertet Optionen in Echtzeit und wählt den sichersten Pfad – eine Fähigkeit, die bisher menschlichen Fahrern vorbehalten war.

Robotaxi S-Klasse

Im Endeffekt

Mit diesem Schritt zementiert Mercedes-Benz seinen Anspruch, auch im KI-Zeitalter den Standard zu setzen. Nachdem der Mercedes CLA bereits als „Euro NCAP Best Performer 2025“ ausgezeichnet wurde, hebt die neue S-Klasse die Definition von Sicherheit auf die nächste Stufe: Von passiver Sicherheit (Knautschzone) hin zu aktiver, intelligenter Unfallvermeidung durch KI. Es ist der Beweis, dass „Legacy Auto“ und „Silicon Valley“ nicht gegeneinander, sondern miteinander die Zukunft bauen können.