
Google hat gestern Abend einen überraschenden Schritt im Bereich der Content-Empfehlungen gemacht. In einem offiziellen Blogpost verkündete John Mueller, Search Advocate bei Google, den Rollout des „February 2026 Discover Core Update“.
Es ist selten, dass Google Änderungen am Discover-Feed so explizit als „Core Update“ deklariert. Meine Analyse der Ankündigung zeigt einen klaren Strategiewechsel: Weg vom globalen Rauschen, hin zu lokaler Verankerung und thematischer Tiefe. John Mueller macht in seinem Statement deutlich, dass das Ziel eine „nützlichere und lohnender Erfahrung“ für die Nutzer ist.
Die drei Säulen des Updates
Laut der von Mueller veröffentlichten Dokumentation zielt das Update auf drei spezifische Verbesserungen ab, die Webmaster sofort auf dem Radar haben sollten:
- Lokale Relevanz: Nutzer sollen mehr Inhalte von Websites sehen, die in ihrem eigenen Land ansässig sind. Das ist eine klare Absage an internationale Content-Farmen, die versuchen, Traffic aus fremden Märkten abzugreifen.
- Kampf gegen Clickbait: Google verschärft die Gangart gegen „sensationalistische Inhalte“. Wer nur auf den Klick aus ist, ohne Substanz zu liefern, wird Reichweite verlieren.
- Thematische Expertise (Topic Authority): Das ist der technisch spannendste Punkt. Google bewertet Expertise nun noch stärker auf einer „Thema-für-Thema“-Basis.
Das „Garten-Beispiel“: Wie Google Expertise jetzt misst
John Mueller lieferte in seinem Beitrag ein sehr greifbares Beispiel, um die neue Logik zu erklären: Eine lokale Nachrichtenseite, die regelmäßig und fundiert über Gartenarbeit berichtet, gilt als Experte für dieses Thema – auch wenn sie sonst über Politik oder Sport schreibt. Im Gegensatz dazu: Eine Film-Review-Seite, die plötzlich einen einzelnen Artikel über Tomatenzucht veröffentlicht, hat keine thematische Autorität und wird im Discover-Feed für dieses Thema kaum noch ausgespielt.
Das Fazit für SEOs: Expertise muss erarbeitet werden. Ein „One-Hit-Wonder“ in einem fremden Themengebiet reicht nicht mehr für den Discover-Traffic.
Rollout-Status: Erst USA, dann die Welt
Aktuell wird das Update für englischsprachige Nutzer in den USA ausgerollt. Doch Mueller kündigte bereits an, dass die Ausweitung auf andere Länder und Sprachen in den kommenden Monaten folgen wird. Für deutsche Publisher ist dies die „Warnfrist“: Wer jetzt seine Strategie auf lokale Relevanz und echte Fachexpertise ausrichtet, ist vorbereitet, wenn das Update in der DACH-Region ankommt.
Wie bei jedem Core Update sind Schwankungen im Traffic zu erwarten – manche Seiten gewinnen, andere verlieren. Die Botschaft von John Mueller ist jedoch eindeutig: Qualität und Fokus schlagen Masse und Clickbait.