
In genau acht Tagen verwandelt sich das Hotel Bayerischer Hof wieder in das Zentrum der internationalen Diplomatie. Vom 13. bis 15. Februar öffnet die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ihre Türen. Angesichts einer Weltlage, die von sich überlagernden Krisen und systemischen Umbrüchen geprägt ist, war der Bedarf an direktem Austausch selten größer.
Die Organisatoren erwarten ein „Who is Who“ der globalen Entscheidungsträger: Über 1.000 Teilnehmende haben sich angekündigt, darunter rund 60 Staats- und Regierungschef:innen. Besonders bemerkenswert ist die starke europäische Präsenz: Weit über zwei Drittel aller EU-Staatschefs werden in München erwartet, um die strategische Rolle Europas in einer fragilen Sicherheitsarchitektur zu debattieren.
Historisch große US-Präsenz
Ein starkes Signal der transatlantischen Bindung sendet Washington. Die MSC 2026 wird die bislang größte Delegation aus den Vereinigten Staaten begrüßen, darunter mehr als ein Viertel des gesamten US-Senats. Auch die internationale institutionelle Ordnung zeigt Präsenz: Über 50 Leiter internationaler Organisationen – von der NATO über die EU und UN bis zur Weltbank – nutzen die Konferenz als Plattform für informelle Diplomatie.
Premiere für das „Ukraine House“

Ein sichtbares Zeichen der andauernden Solidarität setzt die Konferenz in diesem Jahr mit einer räumlichen Neuerung. Erstmals wird es ein eigenes Ukraine House in direkter Nähe zum Konferenzhotel geben. Dieser kuratierte Raum dient nicht nur als Arbeitszentrum für die ukrainische Delegation, sondern soll durch Ausstellungen und Diskussionsformate die Widerstandskraft des Landes und seine Bedeutung für die europäische Sicherheit verdeutlichen. Partner sind unter anderem die Victor Pinchuk Stiftung und das Büro des ukrainischen Präsidenten.
Der Fahrplan: Bericht und Kick-off in Berlin
Bevor die Limousinen durch München rollen, wird in Berlin die inhaltliche Grundlage gelegt. Am kommenden Montag, den 9. Februar, stellt der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger den Munich Security Report 2026 vor. Der Bericht gilt traditionell als Seismograph für die Stimmungslage der globalen Sicherheitspolitik und liefert die Datenbasis für die Debatten in München. Im Anschluss findet in der Vertretung des Freistaats Bayern in Berlin das offizielle Kick-off-Event statt, bei dem über 100 Vertreter aus Politik und Think-Tanks erste Schwerpunkte diskutieren werden.
Die Konferenz wird jünger und digitaler
Die MSC setzt 2026 ihren Kurs der Modernisierung fort. Neben den bewährten Formaten für Nachwuchsführungskräfte („Munich Young Leaders“) und Parlamentarierinnen („Women Parliamentarians Program“) öffnet sich die Konferenz weiter für digitale Formate. Erstmals steht ein professionelles Podcast-Studio im Bayerischen Hof zur Verfügung. Zudem kehrt das YouTube-Studio zurück, und im Rahmen des „Creator Program“ werden ausgewählte Content-Creator die komplexen Themen der Konferenz für ein Millionenpublikum auf Social Media übersetzen.
Für alle, die keine Einladung erhalten haben: Die Hauptprogrammpunkte der Konferenz werden wie gewohnt per Livestream auf der MSC-Webseite und den sozialen Kanälen übertragen.