
Mit der Veröffentlichung der Fritzbox 4630 erweitert AVM das Portfolio um einen Router ohne integriertes Modem. In der technischen Diskussion wird dieses Modell oft als kosteneffiziente Alternative zur Fritzbox 5690 Pro positioniert.
Eine detaillierte Untersuchung der Spezifikationen zeigt jedoch, dass diese Annahme auf einer oberflächlichen Betrachtung beruht. Werden die Protokoll-Standards und Hardware-Schnittstellen analysiert, wird deutlich, dass die Fritzbox 5690 Pro eine gänzlich andere Leistungsklasse definiert. Ich zeige im Folgenden auf, warum das Flaggschiff für performante Netzwerkinfrastrukturen die technisch überlegene Wahl ist.
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- Innovatives 4x4-Wi-Fi 7 (WLAN BE) mit 11.530 MBit/s (6GHz) + 5.760 MBit/s (5 GHz) + 1.200 MBits (2,4 GHz) für ultraschnelles, stabiles und effizientes WLAN sowie Höchstleistungen im Heimnetz mit einer Vielzahl an WLAN-Endgeräten
- Premium-Router mit Flexibilität am Anschluss: unterstützt die Glasfaserstandards GPON bis 2,5 GBit/s und AON bis 1 GBit/s sowie DSL inklusive Supervectoring 35b bis 300 MBit/s
- Leistungsstarke WLAN-Mesh Zentrale: automatische Zusammenlegung eingesetzter FRITZ!-Produkte zu einem intelligenten WLAN-Netz mit optimaler Leistung; DECT ULE und Zigbee Integration für die einfache Einbindung von Smart Home Geräten unterschiedlicher Hersteller ins Heimnetz, u. a. FRITZ!DECT 302 und FRITZ!DECT 200
Analyse des Frequenzspektrums: Die Bedeutung von 6 GHz
Der kritischste Unterschied zwischen beiden Systemen liegt in der Implementierung des Wi-Fi 7 Standards (IEEE 802.11be).
Während die Fritzbox 4630 lediglich auf den Frequenzbändern 2,4 GHz und 5 GHz operiert, nutzt die Fritzbox 5690 Pro das volle Potenzial des Standards durch die Inkludierung des 6-GHz-Frequenzbandes.
Technische Implikation:
Wi-Fi 7 entfaltet seine theoretische Maximalleistung erst durch Kanalbreiten von 320 MHz. Diese ultra-breiten Kanäle sind im überfüllten 5-GHz-Band regulatorisch kaum realisierbar. Sie stehen exklusiv im 6-GHz-Band zur Verfügung.
- Fritzbox 4630: Beschränkt auf herkömmliche Kanalbreiten.
- Fritzbox 5690 Pro: Ermöglicht Datendurchsätze von bis zu 11,53 GBit/s allein im 6-GHz-Band und eine Gesamtkapazität von 18,5 GBit/s.
Für Umgebungen mit hohen Anforderungen an Bandbreite und niedrige Latenz ist das Fehlen des 6-GHz-Bandes bei der 4630 ein signifikanter technischer Flaschenhals.
Schnittstellen-Architektur: 10 Gigabit vs. 2,5 Gigabit

Ein weiterer Indikator für die Ausrichtung der Hardware ist die I/O-Konfiguration (Input/Output). Die Netzwerkinfrastruktur entwickelt sich rapide Richtung Multi-Gigabit.
Die Fritzbox 4630 bietet Schnittstellen mit maximal 2,5 GBit/s. Dies deckt aktuelle Standard-Tarife ab, bietet jedoch keine Reserven für kommende XGS-PON-Ausbaustufen.
Die Fritzbox 5690 Pro verfügt hingegen über einen 10-Gigabit-WAN/LAN-Port.
Bedeutung für den Anwender:
- Zukunftssicherheit: Die 5690 Pro kann kommende Glasfasertarife jenseits von 2,5 GBit/s ohne Hardwaretausch verarbeiten.
- Lokales Netzwerk: Für Nutzer, die große Datenmengen auf ein NAS oder einen Server übertragen, ermöglicht nur der 10G-Port der 5690 Pro die Beseitigung des TCP/IP-Overhead-Limits, das bei 2,5G-Verbindungen auftritt.
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- Premium-Router mit Flexibilität am Anschluss: unterstützt die Glasfaserstandards GPON bis 2,5 GBit/s und AON bis 1 GBit/s sowie DSL inklusive Supervectoring 35b bis 300 MBit/s
- Leistungsstarke WLAN-Mesh Zentrale: automatische Zusammenlegung eingesetzter FRITZ!-Produkte zu einem intelligenten WLAN-Netz mit optimaler Leistung; DECT ULE und Zigbee Integration für die einfache Einbindung von Smart Home Geräten unterschiedlicher Hersteller ins Heimnetz, u. a. FRITZ!DECT 302 und FRITZ!DECT 200
Flexibilität der Zugangstechnologie
Die Fritzbox 4630 ist ein reiner Router, der zwingend ein externes Modem (ONT) voraussetzt. Dies schafft eine Abhängigkeit von der Peripherie des Netzbetreibers.
Die Fritzbox 5690 Pro verfolgt einen integrativen Ansatz. Sie beinhaltet:
- Ein Glasfasermodem (SFP-Modul) für AON und GPON.
- Ein DSL-Modem inklusive Supervectoring (bis 300 MBit/s).
Dadurch eliminiert die 5690 Pro die Notwendigkeit zusätzlicher Geräte an der Wand („Graue Kästen“). Dies reduziert potenzielle Fehlerquellen (Point of Failure) in der Verkabelung und senkt die Latenz, da die Signalwandlung direkt im Router erfolgt.
Smart Home Protokolle: Zigbee als Standard
Im Bereich der Heimautomation zeigt sich eine weitere Divergenz. Die 4630 setzt auf den proprietären DECT-ULE-Standard.
Die Fritzbox 5690 Pro integriert zusätzlich ein Zigbee-Gateway und ist für den Matter-Standard vorbereitet.

Dies ermöglicht die direkte Steuerung von Komponenten anderer Hersteller (z. B. Beleuchtungssysteme), ohne dass eine separate Bridge erforderlich ist. Technisch betrachtet agiert die 5690 Pro damit als vollwertiger IoT-Hub, während die 4630 lediglich Basisfunktionen bereitstellt.
Technischer Datenvergleich
| Spezifikation | Fritzbox 4630 | Fritzbox 5690 Pro |
| WLAN-Architektur | Dual-Band Wi-Fi 7 | Tri-Band Wi-Fi 7 (inkl. 6 GHz) |
| Max. Durchsatz | ca. 3,6 GBit/s (kumuliert) | 18,5 GBit/s (kumuliert) |
| MIMO-Konfiguration | 2×2 | 4×4 (Höhere Signalqualität) |
| WAN/LAN Interface | 1x 2,5 Gigabit | 1x 10 Gigabit + 4x 1 Gigabit |
| Modem | Keines (erfordert ONT) | Fiber (AON/GPON) + DSL |
| Smart Home | DECT ULE | DECT ULE + Zigbee |
| USB | USB 3.0 | USB 3.1 |
Fazit
Die Analyse der technischen Parameter führt zu einem eindeutigen Ergebnis. Die Fritzbox 4630 ist eine funktionale Lösung für Basisanforderungen, weist jedoch in kritischen Bereichen (Frequenzspektrum, I/O-Bandbreite) technische Limitierungen auf.
Die Fritzbox 5690 Pro ist das überlegene System. Durch die Unterstützung des 6-GHz-Bandes, die Integration von 10-Gigabit-Ethernet und die native Zigbee-Unterstützung bietet sie eine Infrastruktur, die nicht nur aktuelle, sondern auch zukünftige Netzwerkanforderungen erfüllt. Wer maximale Performance und Protokoll-Vollständigkeit anstrebt, muss zur 5690 Pro greifen.
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