
Es gibt Gadgets, die sind „nice to have“, und es gibt Gadgets, nach deren Nutzung man sich fragt, wie man jemals ohne sie überlebt hat. Das Varia-Radar von Garmin gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Wer einmal mit dem „digitalen Rückspiegel“ gefahren ist, fühlt sich ohne ihn fast nackt im Straßenverkehr.
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- RÜCKLICHT UND RADAR IN EINEM: Das Rücklicht mit integriertem Radar warnt Sie durch akustische und optische Alarme vor von hinten kommenden Fahrzeugen aus einer Distanz von bis zu 140m Die Anzeige erfolgt auf kompatiblen RadcomputernWearablesper App
- HOHE SICHTBARKEIT: Durch das verbesserte Rücklicht werden Sie von herannahenden Fahrzeugen aus großer Distanz gesehen
- UMFASSENDE KOMPATIBILITÄT: Das Varia RTL 516 lässt sich drahtlos mit Edge Fahrradcomputern, kompatiblen Garmin Wearables, Radar Display und Smartphones verbinden Integration der Varia Alarme in Navigations-Apps wie „Ride with GPS“ ist möglich
Jetzt, Jahre nach dem Bestseller RTL516, bringt Garmin den Nachfolger auf den deutschen Markt: Das Varia RearVue 820 StVZO. Und bevor Sie fragen: Ja, es hat endlich USB-C. Aber das Datenblatt, das ich analysiert habe, zeigt, dass sich unter der Haube noch viel mehr getan hat als nur der Ladeanschluss.
Ich habe mir die Spezifikationen und Neuerungen genau angesehen. Hier ist meine Einschätzung, warum dieses 300-Euro-Rücklicht für viele Radfahrer zur Pflichtausstattung gehören wird.
Was ist das RearVue 820 eigentlich?

Für Neueinsteiger kurz erklärt: Das Varia RearVue 820 ist ein Hybrid aus einem StVZO-konformen Rücklicht und einem Hochleistungs-Radar. Es wird an der Sattelstütze montiert und scannt den Verkehr hinter Ihnen.
Sobald sich ein Fahrzeug nähert, sendet es die Daten drahtlos an Ihren Fahrradcomputer (Edge), Ihre Smartwatch oder Ihr Smartphone. Sie sehen also auf dem Lenker displaygrafisch, wie viele Autos kommen, wie schnell sie sind und – das ist neu – wie groß sie sind. Es ist effektiv ein sechster Sinn, der Sie warnt, bevor Sie das herannahende E-Auto überhaupt hören.
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- StVZO KONFORM: Das StVZO konforme Frontlicht mit Dashcam zeichnet Videos in 4K Qualität auf, um Unfälle zu dokumentieren.
- FRONTLICHT: Das StVZO konforme Frontlicht bietet eine Lichtstärke von bis zu 165 Lumen und eine Seitenbeleuchtung. Durch smarten Auto-Helligkeitsfunktion wird die Lichtintensität bei gekoppeltem Edge in zwei Stufen an die Lichtverhältnisse angepasst.
- AKKULAUFZEIT: Bietet bis zu 4 Stunden Akkulaufzeit im niedrigen Dauerlichtmodus mit Videoqualität in 1080p und aktiver Bildstabilisierung (EIS). Kann während der Fahrt geladen werden.
Die Evolution: Was das 820er besser macht als das RTL516
Viele von uns nutzen noch das bewährte Varia RTL516. Lohnt sich das Upgrade? Ich sage: Ja, für Vielfahrer definitiv. Hier sind die technischen Sprünge, die Garmin gemacht hat:
1. Reichweite und Präzision
Das alte Modell erkannte Fahrzeuge ab 140 Metern. Das neue RearVue 820 steigert diese Distanz auf 175 Meter. Das klingt nach Nuancen, gibt Ihnen auf der Landstraße bei einem Auto, das mit 100 km/h anrauscht, aber wertvolle Sekunden mehr Reaktionszeit. Zudem wurde die Sichtbarkeit des Rücklichts selbst optimiert: Autofahrer sehen Sie nun aus bis zu 350 Metern Entfernung.
2. Es erkennt jetzt LKWs
Das ist mein persönliches Highlight der Analyse: Die neue Radar-Technologie unterscheidet nun Fahrzeuggrößen. Auf kompatiblen Edge-Geräten sehen Sie nicht mehr nur einen Punkt für „Fahrzeug“, sondern unterschiedliche Symbole für Kleinwagen, mittlere Fahrzeuge oder große LKWs/Busse. Das ist ein massiver Sicherheitsgewinn. Zu wissen, ob sich hinter mir ein leiser Tesla oder ein breiter 40-Tonner nähert, beeinflusst meine Entscheidung, wie weit rechts ich fahre, enorm. Zudem erkennt das System nun Spurwechsel hinter Ihnen in Echtzeit.
3. Endlich USB-C und Akku-Power
Der alte Micro-USB-Anschluss war ein Ärgernis. Das RearVue 820 setzt endlich auf den modernen USB-C-Standard. Noch wichtiger ist die Ausdauer: Garmin gibt bis zu 16 Stunden im kombinierten Modus (Dauerlicht + Radar) an. Im reinen Radarmodus (wenn das Licht aus ist, z.B. tagsüber, falls StVZO-konform geschaltet) sind sogar 30 Stunden drin. Damit übersteht das Gerät auch die längsten Ultra-Cycling-Events ohne Powerbank.
Das Ökosystem: Perfekte Integration

Ein Radar bringt nichts ohne Anzeige. Garmin spielt hier seine Stärke der totalen Vernetzung aus. Das RearVue 820 verbindet sich via ANT+ und Bluetooth nicht nur mit High-End-Geräten wie dem neuen Edge 1050 oder der Fenix 8 Serie, sondern auch mit vielen Geräten von Wahoo oder Hammerhead (auch wenn Garmin das im Datenblatt natürlich nicht bewirbt).
Die Integrations-Möglichkeiten:
- Edge-Serie (1040/1050/840/540): Sie erhalten eine Leiste am Bildschirmrand. Nähert sich ein Auto, verfärbt sich der Rand (Gelb = Auto kommt, Rot = Hohes Tempo, Grün = Frei). Neu ist die visuelle Unterscheidung der Fahrzeugtypen.
- Smartwatches (Venu, Fenix, Forerunner): Die Uhr vibriert am Handgelenk und zeigt den Verkehr visuell an. Perfekt für Pendler ohne Radcomputer.
- Varia App: Wer gar keine Garmin-Hardware hat, nutzt das Smartphone am Lenker. Die App bietet Split-Screen-Ansichten und akustische Warnungen.
Der knallharte Vergleich: Alt gegen Neu
Um die Unterschiede zu verdeutlichen, habe ich die Daten des neuen Modells mit den Vorgängern RTL516 (Standard Radar) und RCT716 (Radar mit Kamera) verglichen.
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- INTEGRIERTE DASHCAM: Die Dashcam zeichnet alles hinter Ihnen auf und speichert die Aufzeichnung im Falle eines Ereignisses vor, während und danach automatisch ab. Alles in einer Qualität von 1080p und 30 fps
- RÜCKLICHT UND RADAR IN EINEM: Das 5 Lumen starke Rücklicht mit integriertem Radar warnt Sie durch akustische und optische Alarme vor von hinten kommenden Fahrzeugen aus einer Distanz von bis zu 140m. Die Anzeige erfolgt auf kompatiblen RadcomputernWearables oder per Varia App
- INKLUSIVE 16 GB SD-SPEICHERKARTE: Mit der im Lieferumfang enthaltenen 16 GB SD-Speicherkarte kannst du sofort starten
| Feature | Varia RTL516 (Alt) | Varia RearVue 820 (Neu) | Varia RCT716 (Kamera) |
| Radar-Reichweite | 140 m | 175 m | 140 m |
| Fahrzeug-Erkennung | Nur Position | Größe & Position | Nur Position |
| Anschluss | Micro-USB | USB-C | USB-C |
| Akkulaufzeit (Licht+Radar) | 9 Std. | 16 Std. | 5 Std. (mit Kamera) |
| Gewicht | 71 g | 90 g | 147 g |
| Halterung | Runde Stütze | Rund, Aero & D-Shape | Diverse |
| Preis | ca. 199 € | 299,99 € | ca. 399 € |
Hinweis: Alle Modelle sind StVZO-konform, blinken also nicht, sondern leuchten stetig.
StVZO und die deutsche Sonderrolle

Warum heißt das Gerät „StVZO“? In Deutschland sind blinkende Rücklichter am Fahrrad verboten. Das internationale Modell des Varia kann blinken, um Aufmerksamkeit zu erregen. Das RearVue 820 StVZO hält sich strikt an die deutschen Regeln: Es bietet ein helles, stetiges Dauerlicht mit 5 Lumen. Das klingt wenig, ist aber durch die Optik auf 350 Meter sichtbar, ohne den nachfolgenden Verkehr zu blenden.
Ein nettes Detail für Ästheten: Das neue Design ist etwas kompakter und moderner geworden, und die neue Halterung passt nun offiziell auch an D-Shape Sattelstützen, was Besitzer moderner Aero-Rennräder freuen wird.
Fazit: Sicherheit hat ihren Preis
299,99 Euro für ein Rücklicht sind eine Ansage. Man bekommt dafür fast ein günstiges Smartphone.
Doch ich betrachte das Varia RearVue 820 nicht als Licht, sondern als Lebensversicherung. Die Fähigkeit, nun auch Fahrzeuggrößen zu unterscheiden und die gesteigerte Reichweite auf 175 Meter, machen es zum aktuell fortschrittlichsten Radar-System auf dem Markt.
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- RÜCKLICHT UND RADAR IN EINEM: Das Rücklicht mit integriertem Radar warnt Sie durch akustische und optische Alarme vor von hinten kommenden Fahrzeugen aus einer Distanz von bis zu 140m Die Anzeige erfolgt auf kompatiblen RadcomputernWearablesper App
- HOHE SICHTBARKEIT: Durch das verbesserte Rücklicht werden Sie von herannahenden Fahrzeugen aus großer Distanz gesehen
- UMFASSENDE KOMPATIBILITÄT: Das Varia RTL 516 lässt sich drahtlos mit Edge Fahrradcomputern, kompatiblen Garmin Wearables, Radar Display und Smartphones verbinden Integration der Varia Alarme in Navigations-Apps wie „Ride with GPS“ ist möglich
Für Besitzer des alten RTL516 ist der Wechsel wegen USB-C und der Akkulaufzeit (16h vs 9h) verlockend. Für alle, die noch ohne Radar fahren: Es gibt 2026 kaum ein sinnvolleres Upgrade für Ihre Sicherheit auf der Landstraße.
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